Leute machen Kleider

Die Entwicklungsgeschichte der Menschheit zeigt, dass das Herstellen der ersten Kleidung, die aus Fellen und Tierhäuten bestand, ausschließlich dem Schutz des Körpers galt. Schon bald aber entdeckten die Menschen ihre natürliche Neigung, sich schmücken zu wollen. Felle und Häute wurden mit Verzierungen versehen und man begann, sich auch auf diese Weise voneinader zu unterscheiden.

Kleidung und Mode

Als der Fortschritt so weit gediehen war, dass es den Menschen möglich war, unterschiedliche Stoffe herzustellen, wurden Herkunft und Stand von Personen durch das Tragen der entsprechenden Kleidung deutlich. Eine Magd oder ein Knecht kleideten sich entsprechend ihren Mitteln mit groben und strapazierfähigen Stoffen, die zu schlichten und praktischen Stücken verarbeitet wurden. In herrschaftlichen Kreisen waren feine Stoffe mit vielen Rüschen und Besätzen im Stil neuester Mode ein Muss, um demonstrieren, wer man war. Dabei war es nebensächlich, ob die Damen der besseren Gesellschaft mit ihren Schnürungen noch atmen oder mit ihren Reifröcken ohne Hilfe setzen konnten.


Zurück zu den Ursprüngen?

Das Deutlichmachen der Standesunterschiede durch die Kleidung hat inzwischen ebenso weitestgehend abgenommen, wie das Tragen von unbequemer und völlig unpraktischer Mode.

Viel mehr zeigt der moderne und selbstbewusste Mensch mittels seiner Kleidung seine Meinung zu Modetrends, demonstriert seine Einstellung zur Gesellschaft und kleidet sich nach seinen Bedürfnissen.

Gesundheitliches Bewusstsein und Chic haben Einklang gefunden. So sind in der heutigen Zeit hochdotierte Manager von Straßenarbeitern in ihrer Freizeit kaum durch ihre Kleidung zu unterscheiden und im Berufsleben trägt jeder, was bei seiner Tätigkeit angemessen und vorteilhaft ist.

Die Bestrebung, sich zu bestimmten Anlässen passend zu kleiden, kann auf unterschiedliche Weise verfolgt werden. Wer die finanziellen Mittel zur Verfügung hat, lässt sich das Gewünschte maßgerecht schneidern, doch auch von der "Stange" Gekauftes oder im Kleiderverleih Geborgtes kann den Vorstellungen entsprechen und der Träger, gleich welchen Standes, kann sich sehen lassen.

Ein Fazit aber gilt seit eh und jeh: Kleider machen Leute.