Alkoholismus - eine Krankheit?

Die Suchterkrankungen in unserem Land nehmen von Jahr zu Jahr zu und die betroffenen Menschen werden immer jünger. Der erste Alkoholkonsum beginnt oft bereits im Kindesalter von 12 Jahren. Obwohl der Ausschank bzw. die Abgabe von alkoholischen Getränken erst ab einem Alter von mindestens 16 Jahren gestattet ist, finden junge Menschen immer Wege, sich Alkohol zu beschaffen.

Alkoholismus ist zwar eine anerkannte Krankheit, aber dennoch glauben viele Menschen nicht, dass der Genus von Alkohol auch sie krank machen kann. Die berauschende Wirkung, die der Alkohol mit sich bringt, lässt alle Gefahren in Vergessenheit geraten und erst wenn die ersten Entzugserscheinungen auftreten, beginnen sich die Gedanken im Kreis zu drehen.

Selbst diese ersten Anzeichen des Alkoholismus werden nicht ernst genommen. Die Vorstellung von einem alkoholkranken Menschen ist so negativ behaftet, dass man sich selbst nicht traut, sich einzugestehen, alkoholkrank zu sein. Gespräche über die ersten Zweifel an seinen eigenen Alkoholkonsum finden keinen Gesprächspartner, weil die eigene Scham viel zu groß ist, auch als Willensloser angesehen zu werden, was in Gesellschaft ein Alkoholiker ist.


Das die meisten alkoholkranken und alkoholgefährdeten Menschen aber bei weitem nicht dem Klischee des Alkoholikers entsprechen, wird nicht erkannt, weil diese Form des Alkoholismus totgeschwiegen wird und in den Berichten der Medien selten vorkommt. Die Ausreden, die sich Betroffene für sich selber suchen, sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ja noch Familie, Freunde und Arbeit haben, was einem „wirklichen“ Alkoholiker nicht entspricht. Es wird immer nach den Menschen geschaut, denen es schlechter geht und die man nur betrunken irgendwo rumhängen sieht. Da man selbst noch nicht dazugehört, sieht man die wirklichen Gefahren zur Alkoholabhängigkeit bei sich selber nicht oder verdrängt sie.